Warum sollte man die Muttersprache fördern?

Für die, die nicht lange lesen wollen, fassen wir mal kurz zusammen: die Herkunftssprache ist eine Stärke.
Die Herkunftssprache bringt Werte, Normen, Freunde, Beziehungen, Liebe und Lebenslust mit sich.
Zweisprachige Kinder haben in der Regel alles doppelt. Einmal Deutsch, einmal anders.
Wenn man die Herkuftssprache aber nicht unterstützt, bleibt dann plötzlich nur die Hälfte. Und eine große Leere.
Das wollen wir nicht.
Und auch ihr wollt das nicht, denn diese Kinder werden bald erwachsen sein und werden gesellschaftsrelevante Entscheidungen treffen. Es lohnt sich also, in diese Kinder zu investieren.
Für die, die gerne viel lesen – weiterlesen.

Kinder, die die Möglichkeit hatten, zwei Sprachen parallel zu erforschen, lernen mehr Menschen kennen.
Sie gewöhnen sich von Kindheit an daran, zu kommunizieren, auch wenn ihr Wortschatz noch nicht ausreichend ist; es ist ihnen nicht peinlich, wenn sie Fehler machen; es ist auch viel einfacher, in einer neuen Community Kontakte zu knüpfen.
Zweisprachige Kinder kommen im Erwachsenenalter leichter mit unvorhergesehenen Situationen zurecht.
Sie gewöhnen sich daran, Schwierigkeiten aktiv zu bewältigen, anstatt darauf zu warten, dass sie von selbst verschwinden.
Zweisprachige Kinder haben ein viel weiter entwickeltes Gehirn, und zwar nicht nur in dem Sinne, wie wir es uns vorstellen.
Sie lernen nicht nur einen doppelten Satz von Wörtern zu verschiedenen Themen auswendig, sondern sie lernen, Sprachen zu vergleichen und zu analysieren.

Analytische Fähigkeiten und Beobachtungsgabe sowie analytisches und abstraktes Denken werden von Kindheit an entwickelt.
Jahr für Jahr muss ein zweisprachiges Kind unbewusst Bedeutungen, Aussprachen und Satzstrukturen sortieren: ein gutes Training für das rationale Denken – zweisprachigen Kindern fällt es viel leichter, ihre Zeit zu planen, Unnötiges auszusortieren und sich im Alltag zu orientieren.

Zweisprachige Kinder sind wesentlich besser in der Lage, Emotionen wahrzunehmen: Menschen, die Freude mit zwanzig statt mit zehn Worten ausdrücken können, haben eine deutlich höhere emotionale Sensibilität und damit auch die Fähigkeit, andere Menschen zu verstehen.
Indem man Jahr für Jahr Parallelen zwischen den beiden Kulturen zieht. Zweisprachige Kinder sind stets bereit, Menschen, die anders sind, zu verstehen und zu akzeptieren: Toleranz und Hilfsbereitschaft sind bei zweisprachigen Kindern viel besser entwickelt als bei ihren einsprachigen Altersgenossen.

Denken Sie daran, dass das Kind sehr bald erwachsen sein wird und dann viel bessere Chancen auf einen guten Arbeitsplatz hat.
Denken Sie an die Nachfrage nach Mitarbeitern, die schnell lernen, sich gut in neuen Situationen zurechtfinden, leicht Kontakte knüpfen können und auch rational denken.

Denken Sie daran, dass die zweisprachige Entwicklung eines der wertvollsten Geschenke ist, die das Kind erhalten kann.
Das Beste, was man tun könnte, ist es, dem Kind die Möglichkeit zu geben, beide Sprachen situativ und parallel zu sprechen  – ohne einen plötzlichen Wechsel der Atmosphäre (z. B. “Der Lehrer hat gesagt, dass du Probleme in der Klasse hast, also werden wir jetzt zu Hause Deutsch sprechen”).

Helfen Sie den Kindern, bilingual glücklich zu werden.