Seid ihr eine Sprachschule?

Nein. Obwohl die Förderung der Zweisprachigkeit das Hauptziel unseres Vereins ist, unterscheiden wir uns in einem wichtigen Punkt von einer Sprachschule: bei uns gibt es keinen Sprachunterricht, sondern offene Angebote und Projekte für Kinder und Jugendliche.
Wir bringen Kindern die Sprache nicht als eine Fremdsprache bei, wir geben sie ihnen als eine Lebensweise, als ein Geschenk, als eine Superkraft, die ihre Fähigkeiten betont und verstärkt.
Kinder suchen sich selbst die Themen aus, für die sie sich interessieren, und unterhalten sich dabei in der Herkunftssprache oder – je nach Angebot – in zwei Sprachen abwechselnd (Deutsch + Herkunftssprache).
In der Schule sprechen Kinder über Napoleon und Ameisen, über ihre Rechte und über Atomenergie. Draußen sprechen sie über Kino, Videospiele und erste Liebe.
Zu Hause in der Herkunftssprache sprechen sie über diese Themen nie und haben oft auch keinen Wortschatz dafür.
Ihnen werden diese Wörter einfach entzogen, weil sich keiner darüber Gedanken gemacht hat und weil die meisten sagen, dass sie doch lieber Deutsch lernen sollen.
Deutsch lernen sie eigentlich ziemlich schnell. Genauso schnell, wie sie Russisch, Türkisch oder Arabisch verlernen.
Wir helfen ihnen, sich in zwei oder sogar drei Sprachen sicherer zu fühlen, um später über alle mögliche Themen in einer der Muttersprachen einfach lossprechen zu können.
Nein, wir sind keine Sprachschule. Aber vielleicht eine Lebensschule?
Wie ein Jugendlicher mal gesagt hat: “Wenn man in drei Sprachen über seine Gefühle fließend sprechen kann, fühlt man sofort viel mehr und erkennt auch viel besser die Gefühle von anderen”.