Wir sind…


Wir sind der Märchenkoffer e.V., Verein für Bildung, Kultur und Integration.

Wir existieren als Privatinitiative seit Juni 2014 und als Verein seit August 2016. Wir haben unseren Sitz in Hannover-Vahrenwald. Das Hauptzweck des Vereins ist es, die gesellschaftliche Integration von Kindern und Jugendlichen mit GUS-Zuwanderungsgeschichte zu fördern sowie die vollständige zweisprachige Entwicklung des Kindes zu unterstützen.
Der Märchenkoffer ist 7 Tage in der Woche geöffnet und an unseren Angeboten nehmen monatlich ca. 250 Kinder teil. Es wird ein umfangreiches Programm mit Unterrichststunden und Workshops zu unterschiedlichen Themen angeboten.

Unser Verein, der Kindern und Eltern Unterstützung im Rahmen der bilingualen Entwicklung gibt, ist in der Stadt sowie Region Hannover einzigartig.
Auch in ganz Deutschland gibt es nur sehr wenige Einrichtungen, die in diesem Bereich tätig sind. Dies sehen wir auch im Rahmen unserer Arbeit: mehrere Besucher des „Märchenkoffers“ kommen extra nach Hannover – aus 300-400km Entfernung! – um an dem einem oder anderem Angebot teilnehmen zu können. Die wachsende Anzahl der Teilnehmer beweist unsere Qualität sowie die Notwendigkeit unserer Arbeit.

Unsere Zielgruppe sind Kinder, Jugendliche sowie junge Erwachsene mit GUS-Migrationshintergrund, die ihre zweite (oder in manchen Situationen erste) Muttersprache langsam verlieren.

Was genau bieten wir an?

Mutter-Kind Gruppe und Grunschulkindertreff , bilinguale Theatergruppe und Kinoklub, Spielkreise, Ausflüge, Ferienprogramme an allen Schulferien und Brückentagen (immer etwas neues: wie wäre es mit der Idee, eine Zeitung selber zu machen? Eine Woche lang Kochkunst zu erlernen?  Spannende Indianer-Woche im Wald und in der Stadt zu verbringen – Kinder sollten ja nicht wissen, dass wir damals keine Möglichkeit hatten, für unsere Angebote Räume zu finden: dann konnte auch der Wald unser Hauptraum sein!); Seminare für Eltern und vieles mehr.

Was würden wir gerne anbieten wollen?

Unsere pädagogische und räumliche Kapazitäten lassen es zu, bis zu 600 Kinder (!) monatlich bei uns aufnehmen zu können – 300 davon als Bestandteil fester Gruppen, 300 für das offene Konzept, dass wir zur Zeit entwickeln.

Warum funktioniert es noch nich im vollen Umfang?
Unsere Arbeit findet zur Zeit nur auf dem ehrenamtlichen Basis statt und ist auf Elternbeträge sowie Spenden angewiesen.
Wir können uns nicht leisten, Angestellten oder Honorarkräfte zu beschäftigen und bringen uns – jeder aus dem Team,  das aus 11 Ehrenamtlichen besteht – bis zur 30 Stunden wochentlich ehrenamtlich ein.
Solange wir keine feste Förderungsmöglichkeiten gefunden haben, bleibt unsere Teilnehmeranzahl gering; viele Familien – besonders die, die am meisten Bedarf hätten – können es sich nicht leisten, an den Angeboten teilzunehmen.

Warum eigentlich zweite Sprache?
Um ein glückliches Leben in der Gesellschaft führen zu können, braucht die oben genannte Zielgruppe eine vollständige Integration in die Gesellschaft.
Sowohl die Gesellschaft als auch die Politik kümmern sich um viele Aspekte der Integration, doch um den wichtigsten – um die Muttersprache – wird weniger gekümmert.
Über diesen Aspekt wurde schon im Jahre 2006 im Bundestag gesprochen, bei der Erklärung zum „Internationalen Jahr der Muttersprache“:
„Spracherwerb weist auch den Weg für eine erfolgreiche Integration. Dieser gelingt Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund am besten, wenn bei ihnen sowohl der Erwerb der deutschen Sprache, als auch der Muttersprache gefördert wird. Mehrsprachigkeit wird so zu einer Bereicherung für Kinder und Gesellschaft.“
Später, im Februar 2007, wurde der Beitritt Deutschlands zur Konvention zur kulturellen Vielfalt beschlossen, aus dem hervorgeht, dass „die Muttersprache eine wichtige Rolle für den Integrationsprozess in allen Aspekten des öffentlichen Lebens spielt, besonders aber in der Bildung“.

Doch wird dieser Aspekt von der Politik wenig berücksichtigt. Muttersprachlicher Unterricht, der an manchen Schulen angeboten wird, trägt nicht viel zur Zweisprachigkeit bei und kommt eher als Fremdsprachenunterricht an: um zweisprachig zu werden, muss man die Sprache nicht in einem Sprachkurs lernen – man muss sie erleben können.
Leider findet die Zweisprachigkeit auch in der Gesellschaft wenig Unterstützung. Viele verstehen unter dem Begriff „Integration“ hauptsächlich das typische „Sprache lernen“ und «sich einleben».
Dabei sind gute deutsche Sprachkenntnisse sind zwar eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für die Eröffnung gleicher Bildungschancen für die Migrantenkinder, wie die Migrations- und Bildungsforschung seit vielen Jahren nachgewiesen.

Viele Menschen mit russischem Migrationshintergrund sind sich nicht sicher, ob sie die Bilingualität ihrer Kinder unterstützen sollen. Am liebsten würden viele von ihnen so unauffällig wie möglich leben: Kindern deutsche Vornamen geben; zu Hause Deutsch sprechen, aber gebrochen.
Sie versuchen, Werte der deutschen Kultur aufzunehmen, und verlieren dabei Werte ihrer eigenen Kultur.

Leider haben die Eltern oft keine Möglichkeit, sich um die zweitsprachige Entwicklung des Kindes zu kümmern, und so entsteht oft eine Sprachmischung; das Kind kann die Sprachen nicht gut trennen. Später wird dies die schulischen Erfolge stark beeinflussen sowie zu einem Konflikt mit dem interkulturellem „ich“ im Jugendalter führen.
Zweisprachigkeit soll man so früh wie möglich unterstützen; dafür wollen wir den Kindern mit Zuwanderungsgeschichte (GUS-Staaten) die Möglichkeit anbieten, Sprachkentnisse erweitern und verbessern zu können.

Bilingualität ist ein Geschenk, das Kinder von Geburt an erhalten. Entsprechend gefördert, bilden sie später eine aktive soziale Schicht, die sich selbständig um ihr eigenes Leben kümmert und bereit ist, sich für die Gesellschaft zu engagieren. Als Erwachsene haben bilinguale Menschen bessere Berufschancen – Mitarbeiter, die schnell lernen, sich schnell an neue Situationen anpassen können, einfach neue Kontakte knüpfen und dabei rationell denken, haben immer Vorrang.

Haben Sie Fragen? Würden Sie uns helfen wollen? Vielleicht wollen Sie uns besuchen? Wir freuen uns immer auf neue Bekannschaften! 

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