Wir sind…


Wir sind der Märchenkoffer e.V., Verein für Bildung, Kultur und Integration. Wir haben unseren Sitz in Hannover-Vahrenwald und sind seit 2014 als Verein im Bereich Bildung und Integration tätig.
Ziele unserer Arbeit sind:
– die zweisprachige Entwicklung der Kinder mit Migrationshintergrund zu unterstützen
– Integrationsprozesse kompetent anzuleiten
– bürgerliches Engagement und Partizipation zu fördern
– informelles Lernen für alle Altersgruppen zu ermöglichen
– aktive und kreative Freizeitgestaltung anzubieten
– interkulturelle Identitätsbildung Kinder und Jugendlichen unterstützen
– Bildungsarbeit für Eltern (Integration, Bilingualität, Mehrsprachigkeit) durchzuführen
– kulturelle Vielfalt im Stadtteil und in der Stadt unterstützen

Der Märchenkoffer ist 7 Tage in der Woche geöffnet. An unseren Angeboten nehmen monatlich ca. 300 Kinder teil. Es wird ein umfangreiches Programm mit Unterrichtstunden und Workshops zu unterschiedlichen Themen angeboten.

In unserem Stadtteil (Hannover Vahrenwald) leben z.Z. ca. 15.000 Menschen mit Migrationshintergrund (3000 davon sind arbeitslos), darunter ca. 800 Menschen mit GUS-Migrationshintergrund.
Da wir ein stadtweites Angebot anbieten,  ist  waauch wichtig zu erwähnen, dass in Hannover gesamt ca. 167.000 Menschen mit Migrationshintergrund leben, darunter 9500 Menschen mit GUS-Zuwanderungsgeschichte. Diese Zahl nimmt immer zu und ist z.B. zwischen dem Jahr 2009 und dem Jahr 2014 um 8 Prozent gestiegen.
Mit dem Angebot wollen wir vor allem Kinder arbeitsloser Eltern sowie Kinder aus Familien mit berufstätigen Eltern, die aber über ein niedriges Bildungsniveau verfügen, erreichen.
 
Unser Verein, der Kindern und Eltern Unterstützung im Rahmen der bilingualen Entwicklung gibt, ist in der Stadt sowie Region Hannover einzigartig. Auch in ganz Deutschland gibt es nur sehr wenige Einrichtungen, die in diesem Bereich tätig sind. Dies sehen wir auch im Rahmen unserer Arbeit: mehrere Besucher des „Märchenkoffers“ kommen extra nach Hannover – aus 300-400km Entfernung! – um an dem einem oder anderem Angebot teilnehmen zu können. Die wachsende Anzahl der Teilnehmer beweist unsere Qualität sowie die Notwendigkeit unserer Arbeit.

Wir haben eine große Anzahl einmaligen, kurzer (3-6 Monate) sowie langer (bis zu 3 Jahren) Projekte durchgeführt. Offene Veranstaltungen und Nachbarschaftsfeste, Mathe-Spieltage und Hannover-Entdecken-Stadtspiele, Musik- und Theaterprojekte, Lese- und Kinoklubs, bilinguale Kindertreffs, Ferienprogramme, Sandanimationsprojekt und Trickfilmprojekt, „Kunst in der Küche – kulinarische Reisen“ und vieles mehr.

Unsere Zielgruppe sind zwei- und mehrsprachige Kinder, Jugendliche sowie junge Erwachsene mit Migrationshintergrund.

Was genau bieten wir an?
– Eltern-Kind-Treff
– Kleingruppenangebote (einmalige Veranstaltungen sowie halb- und ganzjährige Projekte; mono- und bilingual): Kino, Musik, Theater, Zirkus und vieles mehr
– Workshops am Wochenende: Kinder bestimmen selbst, welche Themen die sich wünschen
– in allen Ferien und an Brückentagen – Ferienprogramme
– offene Veranstaltungen
– offener Bereich (Hausaufgabenhilfe, Mittagessen, Freizeitangebote)

Was würden wir gerne anbieten wollen?
Unsere pädagogischen und räumlichen Kapazitäten lassen es zu, bis zu ca. 600 Kinder (!) monatlich bei uns aufnehmen zu können.
Warum funktioniert es noch nicht im vollen Umfang?

In den letzten Jahren haben wir mehrere kleine Projektförderungen bekommen und dadurch konnten dadurch einigen Kindern die kostenlose Teilnahme
an einigen Angeboten ermöglichen. Jedoch konnten wir keine Nachhaltigkeit sichern – nachdem Projekte zu Ende waren, mussten Teilnehmer uns wieder verlassen und so lange warten, bis eine andere Möglichkeit gefunden wird. Unsere Finanzierung ist noch nicht gesichert. Uns fehlt katastrophal die Zeit für die Öffentlichkeitsarbeit, für die politische Arbeit und für vieles mehr. Unsere Arbeit findet zurzeit nur auf der ehrenamtlichen Basis statt und ist auf Elternbeiträge sowie Spenden angewiesen. Wir können es uns nicht leisten, Angestellte zu beschäftigen und bringen uns – jeder aus dem Team,  das aus 15 Ehrenamtlichen besteht – bis zur 40 Stunden wöchentlich ehrenamtlich ein. Solange wir keine festen Förderungsmöglichkeiten gefunden haben, bleibt die Anzahl der Teilnehmer gering; viele Familien können es sich nicht leisten, an den Angeboten teilzunehmen.

Warum eigentlich zweite Sprache?
Um ein glückliches Leben in der Gesellschaft führen zu können, brauchen Kinder mit Migrationshintergrund eine vollständige Integration in die Gesellschaft. Sowohl die Gesellschaft als auch die Politik kümmern sich um viele Aspekte der Integration, doch um den wichtigsten – um die Muttersprache – wird sich weniger gekümmert.
Über diesen Aspekt wurde schon im Jahre 2006 im Bundestag gesprochen, bei der Erklärung zum „Internationalen Jahr der Muttersprache“: „Spracherwerb weist auch der Weg für eine erfolgreiche Integration. Dieser gelingt Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund am besten, wenn bei ihnen sowohl der Erwerb der deutschen Sprache, als auch der Muttersprache gefördert wird. Mehrsprachigkeit wird so zu einer Bereicherung für die Kinder und die Gesellschaft.“ Später, im Februar 2007, wurde der Beitritt Deutschlands zur Konvention zur kulturellen Vielfalt beschlossen, aus dem hervorgeht, dass „die Muttersprache eine wichtige Rolle für den Integrationsprozess in allen Aspekten des öffentlichen Lebens spielt, besonders aber in der Bildung“.

Doch wird dieser Aspekt  wenig berücksichtigt. Muttersprachlicher Unterricht, der an manchen Schulen angeboten wird, trägt nicht viel zur Zweisprachigkeit bei und kommt eher als Fremdsprachenunterricht daher: um zweisprachig zu werden, muss man die Sprache nicht in einem Sprachkurs lernen – man muss sie erleben können. . Viele verstehen unter dem Begriff „Integration“ hauptsächlich das typische „Sprache lernen“ und «sich einleben». Dabei sind gute deutsche Sprachkenntnisse sind zwar eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für die Eröffnung gleicher Bildungschancen für die Migrantenkinder, wie die Migrations- und Bildungsforschung seit vielen Jahren nachgewiesen. Viele Menschen mit Migrationshintergrund, besonders die mit niedrigem Bildungsniveau, sind sich nicht sicher, ob sie die Bilingualität ihrer Kinder unterstützen sollen. Sie versuchen es, Werte der deutschen Kultur aufzunehmen, und verlieren dabei Werte ihrer eigenen Kultur. Wenn die Eltern sich nicht um die zweitsprachige Entwicklung des Kindes kümmern, entsteht oft eine Sprachmischung; das Kind kann die Sprachen nicht gut trennen. Später wird dies die schulischen Erfolge stark beeinflussen sowie zu einem Konflikt mit dem interkulturellem „ich“ im Jugendalter führen. Zweisprachigkeit sollte man so früh wie möglich unterstützen; dafür wollen wir den Kindern mit Zuwanderungsgeschichte die Möglichkeit bieten, Sprachkentnisse zu erweitern und verbessern zu können.

Bilingualität ist ein Geschenk, das Kinder von Geburt an erhalten. Entsprechend gefördert, bilden sie später eine aktive soziale Schicht, die sich selbständig um ihr eigenes Leben kümmert und bereit ist, sich für die Gesellschaft zu engagieren. Als Erwachsene haben bilinguale Menschen bessere Berufschancen – Mitarbeiter, die schnell lernen, sich schnell an neue Situationen anpassen können, einfach neue Kontakte knüpfen und dabei rationell denken, haben immer Vorrang. Wir wollen Kinder in Hannover bilingual glücklich machen. Zurzeit arbeiten wir hauptsächlich mit Familien mit GUS-Zuwanderungsgeschichte, es sind in der Stadt knapp 10.000 Menschen, die wir natürlich noch nicht alle erreicht haben. In Hannover sind aber mehrere andere Sprachen vertreten – die „Hauptsprachen“ sind Türkisch, Persisch, Polnisch, Russisch und Englisch.

Unser oberstes Ziel ist es, diesen „Hauptsprachen“ zu helfen,  einen Ausdrucks- und Austauschort zu finden, wo nicht nur Deutsch, sondern auch mal Türkisch aktiv, frei und ohne jegliche Abgrenzung von der kulturellen Realität gesprochen werden kann. Haben Sie Fragen? Würden Sie uns gern helfen wollen? Vielleicht wollen Sie uns besuchen? Wir freuen uns immer auf neue Bekanntschaften! Schreiben Sie uns oder rufen Sie uns an: zum Kontaktformular